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Elly und Ingo

Gegen Rechtsextremismus, für Toleranz und Menschenrechte

Elly und Ingo


Christine Elsa WagnerElly Maldaque
Daniel ZimpelIngo
Kurt RasterAutor und Regisseur

Allgemein

Leider werden auch die Schulen nicht vom gesellschaftlichen Problem des zunehmenden Rechtsradikalismus verschont, im Gegenteil. Schüler verkünden ihre antidemokratische Einstellung offen mit Neonazi-Outfit in Form von entsprechenden Dresscodes und einschlägigen Kleidermarken. Von außen wird Neonazipropaganda z.B. durch die berüchtigten "Schulhof-CDs" der NPD an die Schulen herangetragen.

Das Theaterstück "Elly und Ingo" hat Rechtsextremismus zum Thema. Es ist speziell für Schulen konzipiert. Die Erarbeitung wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie und Jugend im Rahmen des Programms "VIELFALT TUT GUT – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie".

Das Stück versucht, den Ursachen von rechten Einstellungen und rechter Gewalt im persönlichen, aber auch im gesellschaftlichen Bereich auf den Grund zu gehen. Gleichzeitig wird eine positive Identifikationsfigur rechten Ansichten gegenüber gestellt, um Bewusstsein für einen besseren Weg zu schaffen.

Im Anschluss an die Aufführung bekommen die Schülerinnen und Schüler ausgiebig Gelegenheit, mit den Darstellern über Rechtsextremismus, Intoleranz und was jeder einzelne dagegen tun kann zu diskutieren.


Inhalt

Das Stück erzählt parallel die Lebensgeschichte der Regensburger Lehrerin Elly Maldaque und des gewalttätigen Neonazis Ingo. In regelmäßigen Abständen treten die Darsteller aus ihren Rollen heraus und stellen aktuelle Bezüge her.

Elly Maldaque

Elly Maldaque war während der Weimarer Zeit eine Lehrerin an der Von-der-Tann-Volksschule in Regensburg. Sie ging in die Armenviertel, half den Menschen im Haushalt, gab von ihrem geringen Gehalt ab, was ihr möglich war und kümmerte sich auch in ihrer Freizeit liebevoll um ihre Schülerinnen und Schüler.

Sie tendierte politisch nach links, ohne sich aber parteipolitisch zu betätigen, wenn man von gelegentlichem Klavierspiel bei linken Singkreisen absieht. Trotzdem geriet sie bald ins Visier der Politischen Polizei, die "Hakenkreuzler" beauftragte, sie zu beobachten. Schließlich sprach die Regierung der Oberpfalz die fristlose Kündigung aus.

Elly Maldaque wehrte sich. Sie schaltete den Bayerischen Lehrerinnenverband ein, informierte die Presse und konnte alle Eltern ihrer Schulkinder dazu bewegen, sich öffentlich gegen ihre Kündigung auszusprechen. Daraufhin unterstellte ihr der Verwaltungs- und Polizeisenat der Stadt Regensburg einen gemeingefährlichen Verfolgungswahn und wies sie in die Nervenheilanstalt Karthaus-Prüll ein, wo sie schon nach elf Tagen am 20. Juli 1930 unter ungeklärten Umständen verstarb.

Der Fall erregte deutschlandweit Aufsehen. Über 90 Zeitungsartikel erschienen. Künstler wie Ödön von Horváth und Walter Mehring verfassten Werke über sie. Nach dem Krieg war Elly Maldaque lange Zeit vergessen, bis die Arbeit des Tübinger Professors Jürgen Schröder über Ödon von Horváths Stück "Die Lehrerin von Regensburg" sie Anfang der achtziger Jahre wieder in Erinnerung rief.

Ingo

Auch die Aussagen und Handlungen der Figur des gewalttätigen Neonazis Ingo sind authentisch. Die Rolle wurde aus verschiedenen Aussteigerberichten und Interviews mit Skinheads geformt. Ingo erlebt als Kind und Jugendlicher nur Ausgrenzung und Gewalt, bis er die Welt als Dschungel begreift, in dem allein der Stärkere ein Recht hat zu überleben. Das Prinzip der Gewalt steht über allem anderen.

Schon sehr früh fühlt er sich zu extremen Ideen hingezogen, weil er instinktiv spürt, was von dieser Gesellschaft, die er aufgrund seiner Erfahrungen hasst, abgelehnt wird, kann nur richtig sein. In der Schule erlebt er zum erstenmal Überlegenheitsgefühle und gewinnt Selbstbewusstsein, als er den aufgestauten Druck an Schwächeren auslässt.

Ingo ist nicht dumm, trotzdem erreicht er in Folge seiner Trotzhaltung und auch, weil ihm häusliche Förderung fehlt, nur den Hauptschulabschluss.

Schließlich findet er Zugang zu einer neonazistischen Skinheadgruppe. Er fühlt sich zum ersten Mal akzeptiert. Dort gerät er immer weiter in den Gewaltstrudel und begeht schwerste Straftaten, bis hin zu Mord.

Gegenüberstellung

Elly und Ingo haben ähnliche Startbedingungen. Elly litt sehr unter ihrem gewalttätigen, fanatisch-autoritären Vater. Über der Kindheit beider steht in großen Lettern "Gewalt". Sie revoltieren gegen die Zustände. Während aber Elly Maldaque den Weg des Menschenrechts geht und begreift, dass Schläge nur immer mehr Schläge erzeugen, kann sich Ingo nicht aus den Gewaltzusammenhängen lösen. Das Tragische dabei ist: Ingo reproduziert genau die Unterdrückung und Ausgrenzung, unter der er selbst am meisten leidet.


Theaterpädagogisches Konzept

Das Stück arbeitet auf einer psychologischen, sozialkritischen und einer zeitgeschichtlichen Ebene.

Psychologischer Ansatz

Die Schülerinnen und Schüler sollen Verständnis für die Figuren entwickeln, durchaus auch Mitleid und Identifikation erfahren. Jeder Lebensweg ist für sich logisch, nur steht am Ende von Ingo Hass, Mord und Verzweiflung, während Elly sich von den Schatten ihrer Vergangenheit befreien kann und zu einem offenen, glücklichen und engagierten Leben findet.

Sozialkritischer Ansatz

Elly Maldaque war ein Mensch, der einfach nur gut sein wollte. Trotzdem wurde sie Opfer ihrer Gesellschaft, denn es herrscht damals wie heute ein Widerspruch zwischen den regelmäßigen Aufforderungen zum sozialen Miteinander und der gesellschaftlichen Realität, die von Konkurrenz und Auslese gekennzeichnet ist. Dieser Widerspruch ist Wasser auf den Mühlen rechtsextremer Organisationen.

Zeitgeschichtlicher Ansatz

Es wurde mit Elly Maldaque bewusst eine Person aus der Weimarer Zeit gewählt und einem "modernen" Neonazi gegenübergestellt, um die Frage aufzuwerfen: Wo stehen wir heute? Könnte es möglich sein, dass das Schicksal der Weimarer Zeit irgendwann auch unserer Demokratie bevorsteht? Wehret den Anfängen muss daher heute Aufgabe aller demokratischen Kräfte sein. Personen wie Elly Maldaque nicht zu vergessen, ist ein Schritt in diese Richtung.


Presse

  • "Elly Maldaque, eine junge Regensburgerin, die in den Anfängen der Nazizeit als unbequeme Rebellin von der Gesellschaft ausgegrenzt, verfolgt und schließlich in eine "Irrenanstalt" abgeschoben wurde, steht einem jungen Rechten gegenüber, zwei Gegensätze, wie sie nicht besser beschrieben werden könnten." (Straubinger Tagblatt)
  • "Erhalten zwei Schauspieler eine dreiviertel Stunde lang die ungeteilte Aufmerksamkeit von 100 Schülern, dann ist das wohl das größte Kompliment." (Kötztinger Zeitung)
  • „Den Schauspielern gelang es exzellent die beiden Figuren authentisch darzustellen, die lauten und aggressiven Wutausbrüche von Ingo ließen die Schüler immer wieder aufschrecken und machten sehr betroffen.“ (Realschule Regen)
  • „Besonders gut gelungen war nach Ansicht der Schüler den beiden Schauspielern Stefanie Boettger und Daniel Zimpel die bravouröse Darstellung und Verwandlung einer Figur durch eine unterschiedliche Stimme, Körpersprache und Kleidung.“ (Staatliche Berufsschule Fürstenfeldbruck)
  • „Die 33-Jährige Stefanie Boettger und der 24-Jährige Daniel Zimpel geben sich den verbalen Schlagabtausch. Und bewegen das Publikum. Bei einigen Szenen stellen sich bei den jungen Zuschauern die Nackenhaare auf, wie sie nach der Vorstellung berichten. Sechs Monate hat Autor Kurt Raster an dem Stück geschrieben. Hat Literatur gewälzt und seine Figuren konzipiert. Drei Monate lang, mehrere Stunden pro Woche hat er dann mit seinen Schauspielern das Stück eingeübt. Und es hat sich gelohnt. Die Jugendlichen sind nach dem Stück beeindruckt. „Ich fand es fantastisch. Weil man gelernt hat, wie Nazis sind“, sagt Theresa Lowack (15).“ (Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe Schwandorf)
Straubinger
Tagblatt
22.11.2008
Mittelbayerische
Zeitung
15.12.2009
Chamer
Zeitung
11.03.2011
Straubinger
Rundschau
29.07.2011
Prügel helfen nicht gegen Gewalt Theater gegen Rechts faszinierte Wutausbruch in gebannter Stille Gebt den Menschen ihre Rechte

Szenenbilder

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Videobericht Chamer Zeitung, 25.03.2009



Auführungsorte (Auswahl)

• Staatliche Realschule Karlstadt • Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg • Realschule Helmbrechts • Johann-Turmair-Realschule Abensberg • Bürgermeister-Schütte-Mittelschule Garmisch-Partenkirchen • Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Straubing • Mittelschule Wendelstein • Berufliche Schule I Nürnberg • Gymnasium Herzogenaurach • Hotelberufsschule Viechtach • Staatliche Berufsschule Dingolfing • Berufsschule I Landshut • Hauptschule Ergoldsbach • Berufliche Schulen Schönbrunn • Staatliche Realschule Höchstadt • Jugendzentrum Stadt Amberg • Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Ansbach • Jugendzentrum Vaterstetten • Maximilian-Kolbe-Schule Neumarkt • Anstatt-Theater Straubing • Mittelschule Neuburg an der Donau • Berufsschule II Augsburg • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Deggendorf • Staatliche Realschule Bobingen • Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen • Akademie für Politische Bildung Tutzing • Fest der Kulturen Dorfen • Bürgermeister-Prandl-Mittelschule Penzberg


Umsetzung

  • Das Stück kommt mit einfachsten Mitteln aus. Als Requisiten werden lediglich zwei gewöhnliche Stühle benötigt. Besondere Technik, Licht, Ton oder Beamer, ist nicht erforderlich bzw. wird mitgebracht. Ausnahme: Reisen die Darsteller per Bahn an, muss vor Ort eine Lichtanlage vorhanden sein.
  • Mindestgröße der Bühne: 3 m Breite, 2 m Tiefe und 0,40 m Höhe. Natürlich eignet sich auch eine nichterhöhte Spielfläche bei ansteigender Publikumsbestuhlung.
  • Um den Schulen die Organisation zu erleichtern, ist der Ablauf zeitlich auf zwei Schulstunden begrenzt. Die Aufführung selbst dauert knapp 60 Minuten. Eine Diskussion schließt sich an, in der die Schülerinnen und Schüler ausgiebig Gelegenheit haben, mit den Akteuren das Gesehene zu reflektieren.
  • Zwei Vorstellungen können hintereinander gespielt werden, bei dreien sollte eine Mindestpause von einer Stunde eingerechnet werden.
  • Die Besetzung besteht aus einer Schauspielerin und einem Schauspieler. Sofern es dem Autor/Regisseur möglich ist, kommt auch dieser zu den Aufführungen mit.
  • Die Zuschauerzahl ist auf 100 Schüler/innen pro Vorstellung begrenzt.
  • Eine Parkmöglichkeit für einen Pkw sollte in der Nähe sein.

Zielgruppe

  • Das Stück ist für Jugendliche ab der achten Jahrgangsstufe sinnvoll, also etwa ab 14 Jahre.
  • Es eignet sich prinzipiell für alle Schularten, von Förder- und Hauptschulen über berufliche Schulen bis hin zu Gymnasien und berufliche Oberschulen.

Kosten

Bis 200 Kilometer Entfernung bzw. bis 2 Stunden Anfahrt

  • Die erste Vorstellung wird mit 375 Euro berechnet, jede weitere am gleichen Tag mit 325 Euro.
  • Die Fahrtkosten setzen sich zusammen aus 40 Euro Grundpauschale plus 0,15 €/km ab Regensburg und zurück.

Über 200 bis 500 Kilometer Entfernung bzw. über 2 bis 5 Stunden Anfahrt

  • Ab dieser Entfernung reisen die beiden Darsteller in der Regel per Pkw am Vortag an. Für Unterkunft und Frühstück muss gesorgt werden. Auch eine private Unterbringung ist möglich. Ein Zimmer mit Doppelbett reicht, aber bitte mit eigenem Bad.
  • Die Preise erhöhen sich um 100 Euro auf 475 bzw. 425 Euro.
  • Die Fahrtkosten-Grundpauschale erhöht sich auf 80 Euro.

Über 500 Kilometer Entfernung bzw. über 5 Stunden Anfahrt

  • Die Darsteller reisen nicht mehr mit einem Pkw am Vortag an, sondern mit der Bahn.
  • Die Bahnkosten für An- und Abreise sind zu übernehmen. Außerdem muss für einen Transport von der Unterkunft zum Auftrittsort gesorgt werden.
  • Eine einfache Lichtanlage muss am Auftrittsort vorhanden sein.
  • Ansonsten gelten die gleichen Bedingungen wie vorher, erste Vorstellung 475 Euro, alle weiteren am gleichen Tag 425 €. Für Unterkunft und Frühstück ist zu sorgen.

Kleingedrucktes

Alle Preise gelten nur bis zu einer Zuschauerzahl von 100 Schüler/innen. Falls nicht anders besprochen müssen wir pro überzähligem/r Schüler/in einen Zuschlag von 3 Euro verlangen.

Wird nur eine Aufführung gebucht, müssen wir leider ab einer Anfahrt von 150 Kilometern einen Aufschlag von 50 Euro berechnen.

Kleiner Tip: Um Kosten zu sparen kann sich eine Schule mit einer anderen zusammentun. Sofern die Auftrittsorte nicht zu weit auseinander liegen, bleibt es bei der Ermäßigung für eine zweite und dritte Aufführung.

Übrigens: Die Ermäßigung gilt auch, wenn als weiteres Stück "Hier stinkt's!" gebucht wird.

Die Kosten im Überblick

1. Aufführung375 / 475 €
2. Aufführung325 / 425 €
3. Aufführung325 / 425 €
Zuschlag pro überzählige/r Schüler/in3 €
Zuschlag 1 Aufführung / über 150 km Anfahrt50 €
Fahrtkosten40 / 80 € + 0,15 €/km

Buchung

Sie können per E-Mail:
kurt.raster@uetheater.de

oder telefonisch buchen:
0941 - 700 299

Eine telefonische Buchung ist aufgrund der leichteren Terminabsprache zu empfehlen.


Freie Termine

Grün hinterlegte Tage sind frei, rote bereits belegt. Bitte beachten Sie:

  • Der Kalender informiert nur über freie bzw. belegte Termine während der regulären Schulzeit: Mo bis Fr von 8:00 bis 13:00 Uhr.
  • Termine außerhalb dieses Zeitraums, also Aufführungen an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen, in den Schulferien, nachmittags oder abends sind natürlich auch möglich, müssen aber vorher bitte extra abgeklärt werden.

Wenn es bei Ihnen nur an einem "roten" Tag möglich sein sollte, bitte trotzdem nachfragen. Vielleicht lassen sich die Termine zeitlich vereinbaren. Oder Sie buchen ein anderes unserer Stücke.

September 2017
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Info zum Download

Theater gegen Rechtsextremismus - Elly und Ingo.pdf


Unterrichtsmaterialien

Für unser Stück „Elly und Ingo“ stellen wir umfangreiches Hintergrundmaterial sowie einen ausgearbeiteten Stundenplan zur optionalen Vor- und Nachbereitung zur Verfügung.

Vor/Nachbereitung - Elly und Ingo.pdf


Das Stück „Elly und Ingo“ wurde 2008/2009 im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ gefördert.


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