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Asyl-Menschen wie Menschen behandeln

Pressemitteilung 07.04.2017

ueTheater nimmt nicht an Preisverleihung teil

Das Theaterensemble will sich nicht für eine heuchlerische Veranstaltung zur Verfügung stellen

 

Vorgeschichte

Das ueTheater Regensburg führte von September 2013 bis Oktober 2015 das Forumtheaterprojekt "Asyl - Menschen wie Menschen behandeln" an verschiedenen Orten in ganz Bayern auf. Inhalt des Stücks waren die häufig menschenfeindlichen Bedingungen, mit denen Schutzsuchende in Deutschland konfrontiert sind. Angefangen bei einer aberwitzigen Asylgesetzgebung (Flughafenverfahren), ausgrenzender Unterbringung in Lagern, mangelnder Gesundheitsversorgung, Arbeitsverbot, Racial Profiling der Polizei bis hin zu Abschiebungen mitten in der Nacht, ohne Vorankündigung, mit nur wenigen Minuten Zeit, das Nötigste zu packen.

Unser Stück wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ als „vorbildlich″ eingestuft und mit einem Preisgeld von 3000 € ausgezeichnet. Heute, am 07.04.2017 findet im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses die Preisverleihung und anschließend ein „Empfang″ statt. Das ueTheater wird sich nicht an dieser Festivität beteiligen.

Grund für die Ablehnung

Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)", welches den Wettbewerb ausgeschrieben hat, wurde am 23. Mai 2000 von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründet. Laut Selbstdarstellung auf der Homepage des BfDT wählten die Gründer „bewusst den Jahrestag der Verkündigung des Grundgesetzes der Bundesrepublik, um der normativen Kraft unserer Verfassung als Grundlage allen staatlichen und gesellschaftlichen Handelns Ausdruck zu verleihen.″ (www.buendnis-toleranz.de/ueberuns)

Schon im Jahr 2000 war diese Aussage pure Heuchelei, denn 1993 wurde das Grundrecht auf Asyl durch den Zusatz außer Kraft gesetzt, Asyl erhalte nur, wer nicht über einen sicheren Drittstaat einreise. Deutschland ist lückenlos umgeben von sicheren Drittstaaten.

Seitdem hat sich bezüglich des Rechts auf Asyl nichts verbessert, vieles aber dramatisch verschlechtert. So wurden unsichere Länder zu sicheren Drittstaaten erklärt, das Mittelmeer in das größte Massengrab der Welt verwandelt und inzwischen werden sogar Menschen in Kriegsgebiete wie Afghanistan zurückgeschoben. Gerade unter Bundesinnenminister Thomas de Maizière wurden humanitäre Grundsätze weitgehend abgeschafft.

Das ueTheater will sich nicht an einer Veranstaltung des Bundesinnenministeriums beteiligen, die den Anschein erwecken soll, alles sei gut, denn nichts ist gut in der Asylfrage. Die Versorgung der Schutzbedürftigen wird zu einem großen Teil ehrenamtlichen Helfer_innen überlassen, während Unsummen in die Abwehr oder Abschiebung von Asylsuchenden gesteckt werden.

Verwendung des Preisgelds

Das ueTheater hatte sich nur an dem Wettbewerb beteiligt, um eventuelle Preisgelder an Organisation, die sich für Geflohene und gegen Abschiebung einsetzen, weiterzureichen. Dies ist im Jahr 2016 geschehen.